Fast zu viel Wasser für einen Taufgottesdienst


Menschen aus 16 Dörfern feiern unter freiem Himmel


Von Karl-Günter Balzer

Die Kinder holen das Taufwasser. Links: Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung (Foto: Karl-Günter Balzer)
Die Kinder holen das Taufwasser. Links: Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung (Foto: Karl-Günter Balzer)

Rauschenberg-Ernsthausen. „Wasser hatten wir schon genug“, stellte Pfarrer Dierk Brüning bei der Begrüßung zum großen Tauffest am vergangen Sonntag (19.07.) fest. Er spielte auf die kräftigen Regengüsse und Gewitter an, die während der Nacht und noch am Morgen über dem Landkreis niedergegangen waren. Um 9.00 Uhr war der Himmel immer noch dunkel gewesen, aber das Vorbereitungsteam entschied mit viel Mut, dass der Taufgottesdienst wie geplant auf dem Wiesengelände an der Wambach bei Ernsthausen stattfinden solle.


Eine richtige Entscheidung. Als der aus verschiedenen Gemeinden zusammengewürfelte Posaunenchor um 11.00 Uhr unter Leitung von Carsten Dittmar den Gottesdienst eröffnete, brannte die Sonne von einem blauen Himmel hernieder. Etliche Besucher spannten die mitgebrachten Regenschirme als Schattenspender auf. 300 Menschen aus den Kirchspielen Halsdorf, Josbach, Rauschenberg-Ernsthausen, Schwabendorf-Bracht  und Wohratal-Wohra waren gekommen.


Und vor allem waren da die 29 Kinder und Jugendliche, die bei diesem großen Fest getauft wurden. Pfarrerin Anja Fülling hatte die Idee zu diesem besonderen Gottesdienst aus dem Predigerseminar der Landeskirche mitgebracht. Das Vorbereitungsteam hatte den Vorschlag  begeistert aufgegriffen und weiterentwickelt. Fülling selbst war über die zahlreichen Anmeldungen zur Taufe überrascht und spekulierte:  „Offensichtlich bietet diese Form der Taufe einen eigenen Anreiz und eine gute Möglichkeit, anders zu feiern.“


„Jeder Mensch ist ein Geschenk Gottes. Und Gott bleibt bei uns und seiner Schöpfung.“ In einer Dialogpredigt erläuterten Pfarrer Matthias Weidenhagen und Pfarrerin Fülling, was bei der Taufe geschieht. Sie wählten eine einfache Sprache, die auch Kinder verstehen konnten. In Gesten und Liedern wurde die große Gemeinde in das Geschehen einbezogen. Und während die Erwachsenen sangen, gingen die Kinder zu einer nahe gelegenen Quelle, um dort das Taufwasser zu holen.

An vier Stationen unter Pavillons fanden sich Täuflinge, Paten und Taufgesellschaften zusammen. Dort trafen sie Ihren jeweiligen Gemeindepfarrer oder Ihre Gemeindepfarrerin, die die Taufe vollzogen.


Gegen Ende des Gottesdienstes zogen erneut dunkle Wolken heran. Aber glücklicherweise blieb es noch eine ganze Weile trocken und so konnten alte und neue Bekannte miteinander weiterfeiern. (18.07.2015)