Tipps für Videogottesdienste

 

Guten Morgen!

 

Bei mir kommen in letzter Zeit vermehrt Anfragen rein, worauf man achten sollte, wenn man einen Videogottesdienst erstellt. Ich gebe deshalb heute mal ein paar Tipps und Überlegungen weiter. Es geht mir dabei nicht um die Inhalte sondern allein um die technische Umsetzung von Video:

 

- Formatfüllend filmen. Das heißt, keine Suchbilder, auf denen die sprechende oder handelnde Person zu klein abgebildet wird.

 

- Aufs Licht achten. Nicht gegen ein helles Fenster oder Licht im Hintergrund filmen. Sonst wird das Gesicht zu dunkel. Alternativ könnt Ihr ein Aufhelllicht auf die Person richten.

 

- In den Videoeinstellungen der Kamera 25 oder 30 Bilder pro Sekunde einstellen (Frames per second fps). Die Belichtungszeit wird dann auf den doppelten Kehrwert gestellt, also 1/50 oder 1/60 Sekunde. Dadurch wird Flackern von Lampen und Leuchtstoffröhren vermieden. Die Helligkeit wird über Blende und/oder den ISO-Wert geregelt.

 

- Ein Stativ ist unerlässlich. Darauf achten, dass das Bild gerade ist. Wenn Bewegung gewünscht ist, sollte eine gute Verwacklungskorrektur in der Kamera vorhanden sein. Besser ist es aber, ein Schwebestativ bzw. einen Gimbal zu benutzen.

 

- Finger weg vom Zoomregler. Lieber mehrere Durchgänge mit festen Positionen filmen und diese dann im Schnittprogramm kombinieren. Dabei weiche Blenden einsetzen. Hilfreich sind auch Schnittbilder, die vorher oder nachher gedreht werden z. B. Kerzen, Gesangbuchlied, Details in der Kirche etc.

 

- Bei mehreren Einstellungen gilt immer die Regel, dass von der Überblickseinstellung auf die halbe Distanz und anschließend auf die Nahaufnahme geblendet wird.

 

- Der Ton ist genauso wichtig wie das Bild. Ich empfehle unbedingt der Einsatz eines externen Mikrophons. Das ist ja vermutlich in den meisten Gemeinden vorhanden. Das Mikrophon sollte am besten nah an der Person aufgestellt werden. Vorsicht bei den Aufnahmen von Musik. Die ist oft viel lauter. Wenn Ihr dann vergesst, das neu auszupegeln, dann ist es nachher völlig verzerrt und das lässt sich nicht mehr korrigieren.

 

- Übrigens: Sogar neuere Handys sind mittlerweile durchaus für Video geeignet. Aber auch da gilt, dass ein Stativ und ein externes Mikro notwendig sind. Eine sehr gute App fürs Filmen mit dem Handy ist filmicpro. Die kostet etwas 13 - 15 Euro. Sie lässt sich hervorragend einstellen. Und falls jemand ein Lifestreaming machen möchte, ist das Handy die einfachste und schnellste Lösung. Aber bitte dran denken: Video wird im Querformat gedreht und geschaut.

 

- Ansonsten wird der Film am besten in einem Schnittprogramm zusammengefügt. Ein einfaches Programm gibt es m.W. kostenlos über unsere EDV.

 

 - Die Veröffentlichung geht am besten über youtube. Wenn der Film hochgeladen ist, wird Euch eine URL angezeigt. Mit dieser könnt Ihr das Video auf der eigenen Homepage einbinden.

 

- Ein Hinweis: Video ist ein zeitintensives Medium. Schon der Dreh braucht Zeit. Und der Schnitt ist noch viel zeitintensiver.

 

Das alles versteht bitte nicht als Besserwisserei. Ich habe alles, was ich oben beschreibe schon selbst öfters falsch gemacht und dann schmerzlich überlegt, wie ich es besser machen könnte. Das hat mich viel Zeit gekostet. Aber youtube ist voll mit hervorragenden Tutorials.

 

Ich finde es richtig gut, dass sich viele auf diesem Weg an ihre Gemeinden und die Öffentlichkeit wenden. Ich hoffe, meine Tipps helfen Euch dabei und wünsche viel Freude beim Gestalten.

 

Herzliche Grüße

 

Kally Balzer

 

Öffentlichkeitsbeauftragter des Sprengels Marburg

 

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